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Keine Zeit, kein Geld, keine Lust? Meine Ressourcen fürs Netzwerken

Meine Ressourcen fürs Netzwerken. Bild: einraumapartment

Dass Netzwerken gut für den Beruf und die Karriere sein kann, sehen die meisten ein. Doch wenn es um das „Tun“ geht, gibt es auf einmal ganz viele Gründe, die dagegen sprechen:

  • Netzwerken braucht zu viel Zeit.

  • Netzwerken kostet Geld.

  • Beim Netzwerken gebe ich mein Wissen preis.

Dem kann und will ich nicht widersprechen. Meiner Erfahrung nach benötigt man ungefähr zwei Jahre und ein paar Stunden pro Woche, um ein (belastbares) Netzwerk aufzubauen. Und natürlich hängt es auch immer davon ab, was Sie mit Ihrem Netzwerk erreichen möchten. Denn letzten Endes sind die Ressourcen, die Sie einsetzen, als Investition in Ihre Zukunft zu sehen.

Wer viel einsetzt, bekommt umso mehr zurück!

Ganz so einfach ist die Rechnung natürlich nicht. Im vorherigen Beitrag „Da will ich hin! Netzwerken braucht (k)ein Ziel“ hatte ich aufgezeigt, dass es beim beruflichen Netzwerken ja gerade um einen strategischen Prozess geht, bei dem zu Beginn die Frage steht: Wo will ich hin? Und da ist es natürlich etwas anderes, wenn Sie Vorstandsvorsitzende eines DAX-Unternehmens werden möchten oder als politischer Redakteur beim Radio arbeiten wollen.

Um sich auf der Top-Ebene in der Wirtschaft zu vernetzen, benötigen Sie Zeit und Geld, um in den entsprechenden Verbänden oder auch Veranstaltungen beteiligt zu sein. Und wer sein Unternehmen als Gründerin nach vorne bringen möchte, muss sicher andere Ressourcen beim Netzwerken einsetzen als ein Personalreferent eines Maschinenbau-Unternehmens.

Also: Butter bei die Fische!

Es kommt also darauf an, was Sie mit dem Netzwerken erreichen möchten. Lassen Sie es uns einmal konkret an zwei Beispielen betrachten:

  • Journalistin, seit 20 Jahren bei einer Tageszeitung beschäftigt, hört Gerüchte, dass mehrere Redaktionen zusammengelegt werden sollen. Also beginnt sie, sich parallel als Freie zu vermarkten. Sie startet einen Blog, ist bei Xing, LinkedIn und Twitter präsent. Außerdem aktiviert sie alte Kontakte, um sich ins Gespräch zu bringen. Tipps zu Social Media und zum Bloggen holt sie sich bei den Kollegen von LousyPennies.deFit für Journalismus und Facebook.
    Die Ressourcen: 8 bis 10 Stunden pro Woche an Zeit, Kosten (Blog, Xing, diverse Mittagessen und Kaffees): zirka 50 bis 100 Euro im Monat
  • Maschinenbau-Ingenieur, Absolvent einer Technischen Hochschule, Schwerpunkt Energietechnik, möchte unbedingt zu einem der großen Energieversorger. In der letzten Zeit ist es ziemlich schwer geworden, bei RWE, E.ON & Co. hereinzukommen. Bei Xing und LinkedIn ist er schon länger präsent und auch mit ein paar Berufskontakten vernetzt. Er analysiert seine Kontakte und überlegt, wie er an Ansprechpartner aus der Fachabteilung kommen kann. Danach recherchiert er Karrieretage, Messen und Fachveranstaltungen, bei denen Mitarbeiter seines Traumunternehmens dabei sind. Im Jahr vor seinem Abschluss fährt er regelmäßig auf Messen und nimmt an Karriere-Events teil.
    Die Ressourcen: 5 Stunden Kontaktpflege online, mit Messeterminen auch 10 bis 20, Kosten (Xing-Premium-Mitgliedschaft, Reise- und Übernachtungskosten, teilweise von Unternehmen übernommen): 100 bis 200 Euro pro Monat
  • Unternehmerin, Personalreferent, etc.

Sie sehen, die Reihe lässt sich beliebig weiterführen. Ein paar Grundlagen sind ähnlich, die einzelnen Wege unterscheiden sich dann aber durchaus. Wenn Sie mit dem Netzwerken beginnen, sollten Sie sich erst einmal eine Grundlage schaffen.

Die Grundlage: Vollständige Profile…

Heute besteht diese Grundlage in der Regel in einem oder mehreren Profilen in Online-Berufsnetzwerken wie Xing, LinkedIn oder Researchgate. Diese sollten vollständig ausgefüllt sein, bevor Sie diese veröffentlichen. Dafür würde ich einen verregneten Sonntag einplanen. Wichtig ist, dass Sie ein passendes Foto zur Hand haben und Ihren Ausbildungs- sowie Berufsweg ausfüllen. „Projekte“ bei LinkedIn, das „Portfolio“ bei Xing oder die Publikationsliste bei Researchgate können Sie auch später noch ergänzen. Für diese Ergänzungen und zur Überprüfung sollten Sie sich am besten regelmäßig einen Termin im Kalender eintragen. Hier reicht es in der Regel, alle drei Monate oder nach einem Jobwechsel Zeit einzuplanen.

… und/oder die eigene Website

Nicht jeder Mensch braucht eine eigene Website. Auch wenn es heute lange nicht mehr so schwer ist, eine eigene Website (oder ein Blog) zu erstellen wie noch vor Jahren, bedeutet dies mehr Aufwand, als sich für die meisten rechnet: Unser Maschinenbau-Absolvent braucht eher keine Website, für die Journalistin ist diese sehr wichtig!

Wenn eine eigene Website für Sie notwendig ist, Sie sich aber noch nicht so richtig trauen, dann wählen Sie zumindest eine Website Light, zum Beispiel ein Profil bei Torial für Autoren oder ein Portfolio bei Xing. Wie Sie diese Website mit Ihren Social Media-Kanälen verknüpfen, dazu hat die wunderbare Annette Schwindt einen Leitfaden geschrieben (Download, PDF).

Kontaktliste starten

Wenn Ihr(e) Profil(e) veröffentlicht sind, können Sie mit der Vernetzung starten. Dafür würde ich erst einmal all die Kontakte anfragen, die Sie bereits kennen. So können Sie recht bald auf ein kleines Netzwerk von 20 bis 30 Personen kommen. Bei der Anfrage formulieren Sie ein paar nette Sätze, warum Sie sich gern vernetzen möchten.

In etwa:

„Vor ein paar Tagen haben ich mich mit LinkedIn auseinander gesetzt und nun ein eigenes Profil angelegt. Da wir ja vor zwei Jahren bereits miteinander gearbeitet haben, freue ich mich über einen Kontakt hier bei LinkedIn.“

Mit einer Nachricht kommt eine solche Kontaktanfrage immer besser an, eine Anfrage ohne Nachricht wird aber auch akzeptiert, wenn Sie sich bereits kennen.

Kontaktliste erweitern

Diese erste Liste können Sie dann organisch erweitern, also sich mit den Menschen vernetzen, die Sie auf Veranstaltungen treffen oder mit denen Sie sich sonst irgendwie austauschen. Außerdem würde ich mir die Kontakte 2. Grades (und auch 3. Grades) anschauen, das sind die Kontakte Ihrer Kontakte. Hier können Sie nach Anknüpfungspunkten suchen und sich auch mit diesen vernetzen. Dafür würde ich mir ungefähr einmal im Monat Zeit einräumen.

Im Austausch stehen

Das ist sicher der Bereich, der am meisten Zeit (und auch Geld) beansprucht, denn hier geht es darum, präsent zu sein, sich im Netz und im richtigen Leben zu zeigen, neue Menschen kennen zu lernen und sich mit diesen auszutauschen. In sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Instagram kann dabei ganz schön viel Zeit drauf gehen. Außerdem ist natürlich die Frage berechtigt, inwieweit diese Art der Kommunikation immer zielführend ist. Es kann somit helfen, die Zeit zur Kommunikation in sozialen Netzwerken zu begrenzen, wie Paula Landes in diesem Artikel für den Karriereletter.de ausführt: 10 beste Tipps für die erfolgreiche Digital-Diät für ein gesundes, digitales Leben.

Begegnungen im richtigen Leben

Viele Begegnungen sind heute digital, haben aber natürlich immer mit echten Menschen zu tun! Und es macht dann doch einen großen Unterschied, wenn ich jemand dann mal in „Fleisch und Blut“ begegne, mit jemandem (länger) zusammen arbeite und so entsprechend einschätzen kann, ob jemand zuverlässig und kompetent ist. Das ist auch meistens die Menschen, die jeder von uns gern weiter empfiehlt und dies auch guten Gewissens machen kann. Diese Begegnungen auf Veranstaltungen oder auch in kleiner Runde, zum Beispiel bei einem #neverlunchalone, kosten sicher am meisten Zeit  – und auch Geld. Wenn Sie sich zudem in einem Branchennetzwerk anmelden oder einem Verein betreten, kommen diese Beiträge noch hinzu. Die Kosten hierfür können zwischen 20 Euro bis zu mehreren Hundert Euro betragen.

Beispiel: Für eine Fördermitgliedschaft bei den Digital Media Women e.V. bezahlt man 48 Euro pro Jahr. Der Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) nimmt an die 600 Euro.

Netzwerken ist eine Investition

Wobei das Geld hier letzten Endes nicht das Entscheidende ist! Es kommt immer darauf an, was wir mit unserer Ausgabe erreichen wollen, denn Netzwerken lässt sich wie eine Investition in die Zukunft sehen: Ich investiere jetzt Zeit, Geld und Wissen, damit ich in Zukunft etwas davon habe. Bei vielen von uns schlagen vor allem die Stunden, die ins Netzwerken investiert werden, zu Buche. Daher ist es wichtig, an diese Zahlen anders heranzugehen:

Netzwerken ist Arbeitszeit!

Diesen Satz sollten sich vor allem Frauen hinter die Ohren schreiben (Entschuldigung für die klaren Worte!). Frauen, vor allem Mütter, haben nämlich immer keine Zeit. Die Familie! Die wichtigen Arbeitsaufgaben! Der Haushalt! Das hält viele Frauen und (natürlich auch) Männer davon ab, regelmäßig zu netzwerken. Daher sollten Sie einfach die Herangehensweise ändern:

Integrieren Sie Netzwerken in die Arbeitszeit und deklarieren Sie Netzwerken als Arbeitszeit – vor allem auch der unwilligen Familie gegenüber! 

Hier ein paar praktische Vorschläge:

  • #neverlunchalone: Wenn Sie mittags nicht immer mit Kollegen aus Ihrem Team in die Kantine gehen, sondern sich auch mal mit Kollegen aus anderen Abteilungen treffen, erweitern Sie Ihr Netzwerk im Unternehmen.
  • Die 5-Minuten-Regel: Wenn Sie sich jeden Tag nur fünf Minuten um eines Ihrer Netzwerke kümmern, können Sie viel erreichen. Fünf Minuten reichen zum Beispiel locker, um bei Xing zu checken, wer sich Ihr Profil angeschaut hat, welche Neuigkeiten es von Ihren Kontakten gibt und wem Sie in den nächsten Tagen zum Geburtstag gratulieren können. Was sich in fünf Minuten bei LinkedIn erreichen lässt, zeigt Michael Kroker vom Wiwo-Blog: „Der LinkedIn-Spickzettel: Wie man sein Netzwerk aufbaut und pflegt – in 5 Minuten am Tag„, (27.5.2015). Wichtig dabei ist hier die Regelmäßigkeit, denn diese schult sie und macht sie aufmerksam für Neuigkeiten in Ihrem Netzwerk.
  • Netzwerken gehört zum Job-Regel: Dieses Argument ist wichtig, wenn Sie fürs Netzwerken Familienzeit beanspruchen. Gerade, wer  von einem Elternpaar Elternzeit nimmt oder Teilzeit arbeitet, sollte trotzdem der Kontakt zu Kollegen, Branchentreffen oder auch mal ein Vortrag oder ein Stammtisch drin sein.

Wissen teilen!

Zum Schluss soll es noch um einen Punkt gehen, der beim Netzwerken natürlich auch eine Rolle spielt. Gerade in wissensintensiven Feldern ist er natürlich besonders heikel. „So ein Quatsch! Wenn ich einen Blog schreibe, kann ja jeder mein Fachwissen abgreifen und braucht mich nicht mehr als Expertin zu buchen!“ So eine Agraringenieurin auf meinen Vorschlag, es mal mit einem Blog zu versuchen. Genau dazu hat Dr. Kerstin Hoffmann einen klugen Satz gesagt: „Verschenke, was du weißt, um zu verkaufen, was du kannst.“

Ressourcen einteilen

Es ist also wichtig, seine Ressourcen fürs Netzwerken einzuteilen. Dabei geht es auch um eine bewusste Entscheidung. So kann ich stundenlang auf Facebook „rumhängen“, ohne etwas Berufliches zu erreichen. Oder eben jeden Tag bewusst 5 bis 30 Minuten einem Netzwerk widmen.

Außerdem muss keine dieser Entscheidungen für alle Zeit Gültigkeit haben, sondern kann immer wieder auch hinterfragt und geändert werden.

Letzen Ende haben wir alle mehr Ressourcen als wir uns eingestehen;-)
Wir müssen Sie nur zu nutzen wissen.

Buchtipps & Links:

Buch "Per Netzwerk zum Job", Campus 2015

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*Amazon-Links. Ich empfehle, Bücher in der lokalen Lieblingsbuchhandlung zu erwerben!

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Auf die Schnelle: 10 Netzwerk-Tipps to-go

Netzwerken to go Bild: das banni/photocase.de

Netzwerken to go Bild: das banni/photocase.de

Jeder soll es. Es ist ja sooo sinnvoll! Aber wie gehe ich Netzwerken richtig an? Hier mal ein paar Tipps to-go fürs schnelle Loslegen:

1. Mach´den ersten Schritt.

Du kannst davon ausgehen, dass die meisten Menschen mindestens genauso nervös sind wie du.

2. Du kannst deinen „Elevator Pitch„.

Was das ist? Sage in 30 Sekunden, wer du bist und was du machst. Sei klar, präzise und mutig.

3. Visitenkarten.

Du hast deine Visitenkarten vergessen? Ganz blöd. Die gehören immer in deine Tasche. Und auch noch in die andere. Und ins Portmonnaie. Angekommen?

4. Bleib dran.

Wer nur einmal mit jemandem spricht, bleibt nicht im Gedächtnis. Ruf wieder an. Verabrede dich zum Mittagessen.

5. Erst geben, dann nehmen.

Es funktioniert wie mit dem Karma-Konto: Du musst erst einmal ins Netzwerk einzahlen, ehe es etwas zurück gibt.

6. Fang früh an.

Ein Netzwerk wächst erst langsam. Aber nach einiger Zeit kannst du „ernten“ und auf dein Netzwerk zählen. Daher solltest du es aufbauen, bevor du es brauchst.

7. Sei verbindlich und klar.

Wenn du eine halbe Stunde Zeit benötigst, dann sag das auch. Sag, ob du nur einen Tipp möchtest oder eine Jobempfehlung.

8. Sei mutig.

Rumhängen mit den Leuten, die du eh schon kennst – nett, aber sinnlos! Geh stattdessen ganz bewusst auf neue Menschen zu.

9. Frei und systematisch.

Frag nicht bei jedem Kontakt, ob er dir was bringt. Aber ausschließlich Klönschnack bringt nichts für den Job!

10. Bleib nüchtern. Bleib wach. Sei nicht langweilig.

Fällt euch noch ein Tipp ein? Bin gespannt!

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Da will ich hin! Netzwerken braucht (k)ein Ziel

Netzwerken mit Strategie. Bild: einraumapartment

Wenn es hier ums Netzwerken geht, geht es immer um die Idee des „Strategischen Netzwerkens„. Das heißt, ich überlege mir vorab, was ich erreichen möchte und richte dann meine Netzwerk-Aktivitäten dahingehend aus. Damit ist nicht unbedingt gemeint, dass ich nur nach reinen Nutzenerwägungen Kontakte knüpfe und Menschen beurteile. Ganz ohne wird es aber nicht gehen, denn unsere Ressourcen sind nun einmal begrenzt.


Meine Ressourcen fürs Netzwerken. Bild: einraumapartmentTipp: Wie Sie Ihre Ressourcen fürs Netzwerken besser einteilen, lesen Sie hier: Keine Zeit, kein Geld, keine Lust? Meine Ressourcen fürs Netzwerken

Mein Ziel, meine Strategie

Was ist Ihr Ziel? Was möchten Sie beruflich erreichen? Manche werden jetzt vielleicht anführen, dass sie gar kein festes Ziel haben. Nun ist es ja nicht unbedingt so, dass wir ein Ziel auch erreichen, wenn wir uns das vornehmen. Dorotheé Ritz, Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland, sagte dazu in einem Interview bei den Business Ladys:

„Nun, man sollte sicherlich nicht antreten und sagen: Ich werde nie CEO. Das halte ich auch für falsch.“

Also sollte man für sich selbst zumindest klären, ob man Karriere machen oder lieber als Expertin in einem Fach wahrgenommen werden möchte. Ein Solopreneur braucht ein anderes Netzwerk als die Geschäftsführerin eines mittelständischen Metallbauunternehmens. Ein Personalreferent ein anderes als eine Informatikerin.

Sobald Sie eine zumindest grobe Richtung festgelegt haben, geht es darum, eine Strategie zu entwickeln.

Schauen, was da ist

Dafür analysieren Sie zunächst einmal, was bereits an Grundlage vorhanden ist. Bei den meisten von uns ist das nämlich viel mehr, also wir zunächst denken. Dazu gehen Sie Ihre Kontakte, berufliche wie private, durch und erstellen eine Kontaktliste. Überlegen Sie zudem, wen Sie gern dieser Liste hinzufügen möchten bzw. mit welchen Menschen Sie sich gern mehr austauschen möchten. Außerdem bietet es sich an, Ihre Kontakte einmal nach A-, B- und C-Kategorien einzuteilen: A für besonders wichtige berufliche Kontakte, B für weniger wichtiger und C für nicht wichtige. Beachten Sie bitte: Hierbei geht es nicht um eine Bewertung der Menschen an sich. Aber wenn Sie Ihre Ressource Zeit zum Beispiel einteilen möchten, können Sie sich nicht mit jedem Menschen zum #neverlunchalone treffen.

Ein Beispiel: Mich erreichen immer wieder Anfragen zum Austausch beim Kaffee. Obwohl ich mich gern mit Menschen austausche, bin ich doch als Unternehmerin und Familienfrau zeitlich stark eingeschränkt und lehne diese Anliegen meistens ab, wie in diesem Beitrag nachzulesen ist.

Auswahl von Kanälen und Gruppen

Da unsere Ressourcen ja begrenzt sind, ist es meistens nicht sinnvoll, auf allen Kanälen vertreten zu sein. Es sei denn, man ist Social Media-Beraterin, dann sollte man sich zumindest alle mal anschauen bzw. Blogs/Newsletter dazu lesen.

Online-Netzwerke und Social Media

Also sollte man eine Auswahl treffen. Hier einmal ein kleiner Überblick von Social Media-Kanälen, der natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann!

  • Xing: Online-Business-Netzwerk, stark verwurzelt im deutschsprachigen Raum. Wird immer mal wieder tot gesagt, ist aber mit 10,5 Mio. Nutzern in Deutschland, Österreich und der Schweiz immer noch um 1,5 Mio. deutschsprachige Nutzer größer als LinkedIn. Nach wie vor wird von deutschen Unternehmen überwiegend via Xing nach Mitarbeitern gesucht. Also könnte es für viele Arbeitnehmer weiterhin sinnvoll sein, hier mit einem Profil vertreten zu sein. Im Grunde ist es doch so: Selbst wenn LinkedIn doppelt so viele deutschsprachige Nutzer hat als Xing, meine Zielunternehmen aber genau hier nach Mitarbeitern suchen, sollte ich bei Xing präsent sein!
  • LinkedIn: Das größte Online-Business-Netzwerk der Welt. Wer international arbeiten möchte, vor allem im angelsächsischen Raum, sollte hier präsent sein. Sinnvoll sind zum Bespiel Funktionen wie mehrsprachige Profile, Referenzen, Projekte. Der Algorhythmus von LinkedIn liefert wesentlich passendere Jobvorschläge aus als Xings Jobsuche.
  • Researchgate: Wer in der Forschung arbeitet, sei es in Unternehmen oder in der Wissenschaft, kommt nicht um Researchgate herum. Hier finden sich so wichtige Kennzahlen wie der ImpactFactor, Publikationslisten, Konferenzbeiträge etc. Auch Forschungsergebnisse und -ansätze lassen sich hier diskutieren. Hier gibt es Tipps zur Profilerstellung.
  • Facebook: Durch den regen(, fachlichen) Austausch hat sich dieser Kanal zur Jobbörse entwickelt. Man kennt sich aus Gruppen, tauscht sich aus, bekommt einen Eindruck von einer Person. Viele Jobs oder Projekte, zum Beispiel im Kommunikationsbereich, werden hier vergeben. Durch Managen des eigenen Profils lässt sich zudem steuern, wie man bei verschiedenen Gruppen wahrgenommen wird.
  • Instagram: Für Fotografen, aber natürlich auch für viele andere wie Blogger, geeignet.
  • Snapchat: Für Journalisten und viele andere. Es erfordert einigen Einsatz und auch Know-how, was Zusatztools anbelangt.
  • YouTube, Vimeo etc. 

Für die meisten von uns wird es entweder auf eine Präsenz bei Xing oder LinkedIn sowie eine zunächst private Nutzung von Facebook hinauslaufen.

Netzwerken irL

Kommen wir nun von den Online-Netzwerken hin zu den Gruppen im richtigen Leben. Beides lässt sich natürlich nicht trennen: Ich vernetze mich womöglich erst mit jemandem in einem Online-Netzwerk, nachdem ich diese Person im richtigen Leben getroffen oder zumindest einmal mit ihr telefoniert/gechattet/geskypt habe. Oder ich lerne jemand im Netz kennen und möchte diese Person dann auch gern im richtigen Leben treffen.

Nun geht es beim strategischen Netzwerken natürlich nicht nur um Zufallsbekanntschaften. Dabei treffen wir oft Menschen, die uns ähnlich sind, die aus unserer „Filterblase“ stammen. Wenn Sie strategisch vorgehen möchten, sollten Sie auch mal Ihre Komfortzone verlassen.

Ein Beispiel: Wenn ich als Gründerin mein Unternehmen in meiner Stadt bekannt machen möchte, ist es sinnvoll, in der örtlichen IHK oder Handwerkskammer präsent zu sein. In diese Kreise hineinzukommen, ist am Anfang nicht so leicht und es empfiehlt sich, öfters Präsenz zu zeigen, vielleicht auch einem Arbeitskreis beizutreten.

Außerdem sollten Sie überlegen, welches Netzwerk, welcher Verband oder Verein sinnvoll sein könnte. Das kann eine Arbeitsgruppe sein, bei der Sie im fachlichen Austausch stehen, oder ein Verein, der Ihre Anliegen vertritt. Dieses Engagement sorgt dann für Sichtbarkeit in Ihrem Netzwerk.

Vor vier Jahren habe ich mich aus diesem Grund für eine Mitarbeit bei den Digital Media Women e.V. entschieden. Zum einen vertrat dieser Verein mein Ziel, nämlich für Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der sich digitalisierenden Wirtschaft einzutreten, zum anderen gefiel mir aber auch die Präsenz im Internet. Ein analogerer Verein hätte mich nicht so angesprochen.

Natürlich ist ein Engagement nicht nur unter reinen Kosten-Nutzen-Erwägungen zu betrachten. Wenn es sich aber auch beruflich auszahlen soll, müssen Sie schon überlegen, welches Ihnen am meisten nützt.

Auf die Probe stellen

Natürlich bleiben wir auf unserem Berufs- und Karriereweg nicht stehen. Damit kann sich auch unsere Strategie ändern: Wir lernen im Laufe unseres Weges immer mehr Menschen kennen, entwickeln uns vielleicht in eine andere Richtung, verfolgen andere Ziele. Daher sollten Sie immer mal wieder innehalten und nachdenken, was Sie wirklich möchten, was noch passt oder was Sie verändern wollen.

Und der Spaß?

Jetzt habe ich die ganze Zeit über Strategie gesprochen – und man könnte den Eindruck bekommen, hier ginge es nur um den Ernst des Lebens. So ist das natürlich gerade nicht zu verstehen, denn zufällige Begegnungen machen einen Teil des Reizes beim Netzwerken aus. Also schaffen Sie sich Raum für diese „Zufälle“:

  • #neverlunchalone: Hierbei geht es um die Idee, jeden Mittag mit einer anderen Person essen zu gehen. Wer also in einem Unternehmen arbeitet, trifft sich auch mal mit Kollegen aus anderen Abteilungen. Wer in einer anderen Stadt zu Besuch ist, checkt seine Kontakte für eine Anfrage. Oder wer wie ich als Solopreneurin im Büro arbeitet, verabredet sich eben. Es muss nicht wirklich jeden Tag sein, aber ein bis zwei Mal in der Woche ist sinnvoll.
  • Komfortzone verlassen: Immer mit den netten Jungs und Mädels vom Branchenstammtisch – easy. Sich unter die ernsten Damen und Herren beim Mittelstandstreffen zu mischen, schult die Smalltalk-Fähigkeiten und erweitert Ihr Netzwerk in ganz andere Richtungen.

Buchtipps & Links:

Buch "Per Netzwerk zum Job", Campus 2015

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Netzwerk-Werkzeug: Elevator Pitch

Elevator Pitch. Bild: totti/photocase.de

Elevator Pitch. Bild: totti/photocase.de

Genauer gesagt, könnte man auch sagen: Small talk-Werkzeug oder Selbstmarketing-Werkzeug. Da aber beides eng mit dem Netzwerken zusammen hängt, gehört es für mich mit in meine Werkzeug-Sammlung zum Netzwerken.

Der Elevator Pitch – was ist das?

Stell´dir folgende Situation vor: Du steigst in einen Aufzug in einem Unternehmen. Mit dir steigt der Chef oder eine Abteilungsleiterin mit ein. Kurz, eine Person, die wesentlich weiter oben auf der Karriereleiter steht als du. Die wichtig für dich sein könnte. Ihr kommt ins Gespräch und dein Gegenüber fragt: „Und was machen Sie so?“

Jetzt hast du 30 Sekunden, bis der Aufzug oben ankommt. 30 Sekunden, um sagen, wer du bist und was du machst. Nicht besonders viel Zeit, um hier um den heißen Brei herumzureden.

Konkret und auf den Punkt

Also musst du auf den Punkt kommen und dabei so konkret wie möglich werden. Du könntest zum Beispiel sagen:

  • „Ich habe Kulturwissenschaften in Passau studiert, einer der besten Universitäten für dieses Fach. Im Studium und durch Praktika habe ich mich auf Unternehmenskommunikation für Technische Unternehmen spezialisiert, so wie Ihres eines ist. Deshalb bin ich heute hier zum Jobinterview eingeladen.“
  • „Momentan studiere ich Maschinenbau mit Schwerpunkt Fahrzeugtechnik am KIT in Karlsruhe. Torsionsfedern sind Thema meiner Abschlussarbeit. Ein Thema, das momentan in Ihrer Entwicklungsabteilung sehr wichtig ist. […]“

Wichtig ist, dass du die relevanten Informationen in kurzer Zeit mitteilst und dich nicht mit Umschreibungen aufhältst. Auch beim Small-talk bei Veranstaltungen ist es für dein Gegenüber wichtig, dich schnell einschätzen zu können. So könnt ihr eventuell ins Gespräch miteinander kommen.

Abwandlungen des Elevator Pitchs:

  • In einer Vorstellungsrunde sollst du drei Begriffe (oder Hashtags) nennen, die dich ausmachen. Auch hier hilft es, wenn du konkrete, bildhafte Begriffe verwendest. Oft empfiehlt es sich, einen witzigen Begriff aus dem Privaten zu nennen. Zum Beispiel: #Trainerin #Karriere #Urlaubsmuffel.
  • In der Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch stehen dir fünf bis sieben Minuten zur Verfügung. Auch hier gilt: Werde lieber konkret, nenne Namen, Zahlen, Daten, Fakten. Dein Gegenüber kann es sich besser merken, wenn du sagst: „… habe ich sechs Monate Praktikum in der Motorenentwicklung bei Porsche in Stuttgart gemacht“, als wenn du sagst „bei einem Automobilhersteller im Süddeutschen“.

Wichtig zu wissen:

Einen Elevator Pitch entwickelt man nicht mal eben so, und er bleibt auch nicht immer gleich. Wichtig ist aber, sich mit der Idee zu beschäftigen. Schreib´deinen Pitch mal auf, über ihn vor dem Spiegel (das zeigt schon viel!) und teste ihn mal bei Freunden und Kollegen.

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Ist Netzwerken „schleimig“?

Ist Netzwerken schleimig? Bild: Grit Treßelt/photocase.de

Ist Netzwerken schleimig? Bild: Grit Treßelt/photocase.de

Vor einiger Zeit war ich als Trainerin in einem Seminar zum Thema „Netzwerken“. Die Teilnehmerinnen, alles kluge, junge Menschen aus dem Medienbereich, kannten sich noch nicht besonders gut mit strategischem Netzwerken aus und waren entsprechend kritisch eingestellt.

  • „Dafür habe ich neben meinem Job sowieso keine Zeit!“
  • „Ich möchte mehr über meine Arbeit wahrgenommen werden.“
  • „Wenn ich jetzt mit jemandem spreche, mit dem ich länger nichts zu tun hatte, kommt das dann nicht total schleimig rüber?“

Solche Fragen und Einwände sind mir bekannt – und ich nehme sie ernst. Wenn man sich diesen zu wenig widmet, bleiben womöglich Vorbehalte gegen das Netzwerken bestehen. Und das wäre doch viel zu schade!

Nehmen wir uns also mal die letzte Frage vor:

  • „Wenn ich jetzt mit jemandem spreche, mit dem ich länger nichts zu tun hatte, kommt das dann nicht total schleimig rüber?“

Die eigene Haltung reflektieren

Was aus dieser Frage spricht, ist die Befürchtung, man selbst würde das Gegenüber womöglich stören und man hätte gar nichts anzubieten, sei einfach noch zu jung, um ein interessanter Gesprächspartner zu sein.

Hier hilft es, zunächst einmal die eigene Haltung zu überdenken.

In diesem Fall ging es konkret um den Vorschlag, ältere Kontakte, die sich aus dem bisherigen Ausbildungs- und Berufsweg ergeben hatten, mal wieder anzusprechen, sich mit diesen auszutauschen und sich als potenzieller Kandidat für neue Projekte oder auch Jobs ins Gespräch zu bringen.

Gerade Absolventen glauben ja oft, sie hätten noch kein Netzwerk und wissen gar nicht, wo sie anfangen sollen. Viele haben aber ja bereits während des Studiums viele Kontakt in der Arbeitswelt geknüpft, auch wenn sie dabei weder systematisch noch strategisch vorgegangen sind (was auch erstmal durchaus passend ist!).

Wenn es nun aber auf den Berufseinstieg zugeht und die Einstiegsmöglichkeiten gering sind wie zum Beispiel bei Journalistinnen der Fall oder bei Politikwissenschaftlern, dann sollte man sein Netzwerk so gut es geht aktivieren. Also beispielsweise mal wieder mit dem Redaktionsleiter telefonieren, mit dem man sich so gut verstanden hat. Oder die Redakteurin zum Kaffee einladen, die immer so begeistert von meinen Themen war.

„Das ist doch schon so lange her!“

Wenn man nun schon länger nichts hat von sich hören lassen, fällt einem das nicht leicht. Vielleicht kommt einem auch der Gedanke:

„Jetzt denkt die doch von mir: Die will bestimmt was von mir, jetzt, wo sie bald fertig mit ihrem Volontariat ist…“

Stimmt ja auch irgendwie.

Die Frage ist nur: Macht das was? Natürlich nicht.

Selbst wenn das Gegenüber so denken sollte (, was noch nicht mal gesagt ist), sollte das wirklich ein Grund sein, nicht miteinander Kaffee trinken zu gehen oder mal wieder zu telefonieren? Nein, denn…

  1. Sie haben etwas anzubieten: Wer bereits einmal in einem Unternehmen gearbeitet hat, kennt sich bereits aus, kennt die Themen, die Arbeitsabläufe, die Kollegen. Und vor allem: Auch das Unternehmen hat sich bereits einen Eindruck machen können. Man weiß, wo man Sie einsetzen könnte. Das spart Zeit und Geld.
  2. Sie sind am Puls der Zeit: Wer gerade seine Ausbildung abschließt und sich intensiv mit neuen Themen beschäftigt, kann Interessantes erzählen, hat einen frischen Blick auf die Welt. Das kann unterhaltsam sein und ist wichtig für frischen Input.
  3. Menschen helfen gern: Selbst wenn man selbst gerade nichts anbieten kann, ergeben sich meist aus unverbindlichen Gesprächen Weiterempfehlungen und gute Kontakte.

Ein „Nein“ ist immer möglich

Wichtig ist allerdings, dass bei einer Anfrage zum Treffen oder auch zum Gespräch am Telefon, ein „Nein“ immer eine Option ist. Bei einer Kontaktaufnahme würde ich also sehr höflich und offen fragen:

„Ich bin nächste Woche mal wieder in München und habe am [Tag] Zeit. Wie sieht es bei Ihnen aus, können wir uns auf einen Kaffee treffen?“

Wenn es dann tatsächlich nicht klappen sollte, sollte man das NIE persönlich nehmen. Es kann auch einfach nur am falschen Termin liegen oder an der Arbeit oder weil tatsächlich gerade kein Bedarf an einem Gespräch besteht.

Jede Kontaktaufnahme hat etwas Gutes

Doch auch dann hat die Kontaktaufnahme etwas Gutes: Sie haben sich mal wieder ins Gedächtnis gerufen und können es beim nächsten Mal einfach wieder probieren.

Netzwerken ist also weit davon entfernt, „schleimig“ zu sein. Damit es leichter fällt, lässt sich ja auch erst einmal mit den wirklich guten und aktuellsten Kontakten starten. Wenn man sich dann sicherer fühlt und merkt, dass solche Gespräche eigentlich ganz leicht sind, kann man ja immer noch mit den schwierigeren Fällen loslegen.

Buchtipps & Links:

*Amazon-Links. Genauso gut können Sie aber in Ihre lokale Buchhandlung gehen und sich die Bücher dort besorgen. Beide gibt es auch auf deutsch.

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BRIGITTE Job-Symposium. Eine Art Nachbericht.

Für (fast) alles ist gesorgt beim BRIGITTE Job-Symposium. Bild: Ute Blindert

Nachberichte sind ja immer etwas langweilig. Man schreibt auf, wen und was man alles gesehen und gehört hat, ist begeistert, lobt den tollen Ort und die inspirierenden Menschen. Genau das schwebte mir jetzt zum BRIGITTE Job-Symposium gerade nicht vor.

Die Veranstaltung war nämlich viel zu gut! Ich mache es uns einfach leicht und gebe Feedback anhand der drei Sätze:

  • Das hat mir gefallen!
  • Das wünsch ich mir!
  • Das nehme ich mit!

Das hat mir gefallen:

  • Das Programm: Diesem merkte man an jeder Ecke an, dass sich die Veranstalterinnen viele Gedanken zum Konzept und zu den Referentinnen gemacht haben. (Und das sage ich nicht nur, weil ich als eine der Referentinnen eingeladen war;-) Die Eröffnungsreden von Ursula von der Leyen, Bundesverteidigungsministerin, und Julia Jäkel, Vorsitzende der Gruner + Jahr Geschäftsleitung, waren kurzweilig – und ermutigend. Das anschließende Podium wies mit Thomas Sattelberger, Ex-Telekom-Personalvorstand und Verfechter der Quote, zwar einen der üblichen Verdächtigen auf, bot aber auch andere Einsichten, u.a. von René Mägli, der in seinem Unternehmen der einzige Mann ist und am liebsten nur mit Frauen arbeitet.

    Verteidigungsministerin Von der Leyer auf dem BRIGITTE Job-Symposium. Bild: Ute Blindert

    Verteidigungsministerin Von der Leyer auf dem BRIGITTE Job-Symposium. Bild: Ute Blindert

  • Die Podiumsdiskussion zur Gründung: Hier ist es den Organisatorinnen gelungen, zum einen mit Catharina Bruns (supercraft, „Frei sein statt frei haben. Mit den eigenen Ideen in die kreative berufliche Selbständigkeit„, Campus 2015) und Nadine Antic (GlobalFlow) zwei sehr unterschiedliche Gründerinnen aufs Podium zu holen. Außerdem zeigten Dr. Margarita Tchouvakhina, Vice President Knowledge Management der DEG, und Birgit Gebhardt, Trendforscherin und Beraterin zu „New Work Order“, Autorin des Buches „2037. Unser Alltag in der Zukunft„, mit ihrer Sicht aus der Zahlenwelt die Metaebene hinter vielen Schlagzeilen auf.
  • Die Workshops: Leider kann man ja immer nur an einem Workshop von drei parallel laufenden teilnehmen, einer war zudem mein eigener („Bewerbung 2.0 – Mit digitalen Netzwerken zum neuen Job„).
    Päckchen für den BRIGITTE-Workshop. Bild: Ute Blindert

    Päckchen für den BRIGITTE-Workshop. Bild: Ute Blindert

    Also habe ich Brigitte und Ehrenfried Conta Gromberg mit „Das ist eine gute Idee! – Vom Einfall zum smarten Geschäftsmodell“ verpasst. Und leider auch Dr. Eva Wlodarek mit „Mich übersieht keiner mehr – zehn Schritte zu positiver Ausstrahlung und sicherem Auftreten“ sowie Kixka Nebraska mit „Xing, Instagram und Co. – Mit Social Media im Netz erfolgreich sichtbar werden„.

    "Storytelling im Marketing", Maren Martschenko beim BRIGITTE Symposium. Bild: Ute Blindert

    „Storytelling im Marketing“, Maren Martschenko beim BRIGITTE Symposium. Bild: Ute Blindert

    Mitmachen konnte ich dann immerhin „Storytelling im Marketing – Der leichte Einstieg ins Business“ mit Maren Martschenko und „Ich will das, ich kann das. Wie schöpfe ich Persönlichkeit und Potenziale voll aus“ mit Carola Kleinschmidt und Anne Otto.

  • Die Location: Am ehemaligen Osthafen liegt die Eventlocation Spreespeicher, ein wunderbarer Ort für ein so ermutigendes Treffen, direkt an der Spree mit Blick auf die schöne X-Brücke – besser geht´s nicht. Wie das BRIGITTE-Team noch den Wettergott bestochen hat? Wer weiß, es war auf jeden Fall traumhaftes Sommerwetter – und das Ende September.

Das wünsche ich mir:

    • Social Media-Kompetenz von Seiten der BRIGITTE: Natürlich war mir von vornherein klar, dass hier nicht die gleichen Maßstäbe wie an eine Digitalkonferenz oder ein BarCamp angelegt werden konnten. Dass die Teilnehmerinnen eher nicht Twittern würden – geschenkt. Dass aber die BRIGITTE-Redaktion mit @brigitteonline praktisch unter dem Hashtag #BRIsymp nicht zu finden war – hmm?


Was sagt uns das über den auch von Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel beschworenen Digitalisierung?

Das nehme ich mit!

  • Tolle Eindrücke von einem super Tag: Natürlich ist so ein Tag immer ganz schön voll. Am Ende bleiben dann oft einzelne Menschen und Situationen hängen. So das Gespräch mit Dr. Eva Wlodarek am Ende des Tages beim Wein. Ich habe ihre Artikel in der BRIGITTE schon immer gern gelesen – und jetzt hat sich mich ermutigt, es endlich auch mit Videos zu versuchen!

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Digitale Öffnungszeiten – warum nicht?

Digitale Öffnungszeiten. Bild: Jock Scott/photocase.de

Digitale Öffnungszeiten. Bild: Jock Scott/photocase.de

Ich bin sehr preußisch erzogen. Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Fleiß, Ehrgeiz, Disziplin sind Wörter, die ich sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen habe. Das ist durchaus wörtlich zu verstehen, denn die Preußin in meiner Familie ist meine Mutter, die ursprünglich aus Berlin stammt. Mein Vater ist Rheinländer, Kölner sogar, und als solcher den eher leichten Seiten des Lebens zugewandt.

Mit einem Hang zur protestantischen Arbeitsethik erzogen worden zu sein, erleichtert einem vieles im Leben. Zunächst einmal passt es hervorragend zu unserer Leistungsgesellschaft. Frei übertragen: Leiste was, dann biste was.

Nun ist Leistung ja relativ. Nun, wenn man ein Unternehmen mit vielen Mitarbeitern aufgebaut hat, Nationalspielerin ist oder Vorständin, wird einem kaum jemand absprechen, etwas zu leisten. Wenn es aber ein Stück kleiner ist, normaler, ist es ja nicht mehr so leicht. Da macht man Leistung eher selbst fest – und ist dabei oft unerbittlicher als andere Personen von außen.

Ich bin immer schon jemand gewesen, der gern macht. So richtig Faulenzen kann ich nicht gut. Wenigstens lesen, das muss schon sein. Als Unternehmerin und Mutter kann man ja auch eigentlich immer arbeiten. Das habe ich auch gemacht, als ich 2006 mein Unternehmen gründete: Feierabend gab es nicht und auch die Wochenenden wurden gern geopfert. Ich fand das geil! Zeigte es doch, dass ich eine dynamische Unternehmerin mit Gründergeist bin.

Irgendwann kam noch ein Ehrenamt dazu, die Gründung des Kölner Quartiers der Digital Media Women und schließlich ab 2014 das Amt des Finanzvorstands. Der Schatzmeisterposten eines Vereins ist eine eher undankbare Aufgabe mit viel Arbeit und nicht so viel Ehre. Aber ich finde ihn wichtig und deswegen mache ich ihn gern.

Kurz, ich arbeite viel. Viel und gern.

Weil ich aber manchmal nicht merke, dass ich mir immer mehr aufhalse, wird es irgendwann zu viel. Ich brenne aus. Zum Glück ist es nie so schlimm geworden, dass es nicht mehr weiter ging. Aber es war kurz davor, das habe ich gemerkt.

Seitdem gibt es bei mir Öffnungszeiten:

  • Büro ist Büro: Wenn ich vom Büro nach Hause komme, bringe ich nur noch selten den Rechner mit. Texte und Mails schreibe ich auch außerhalb des Büros, allerdings in der Regel bis spätestens 18 Uhr.
  • Das Wochenende ist – meistens – frei: Wenn ich am Wochenende arbeite, wird dafür ein Tag in der Woche zum Wochenende erklärt.
  • Auszeit im Urlaub: Im Urlaub bin ich off, nur alle paar Tage checke ich meine Mails. Im Ausland auch mal gar nicht.
  • Öffnungszeiten für Social Media: Berufliche Anfragen im Facebook-Chat beantworte ich in der Woche und tagsüber. Ich rufe meine Apps aktiv auf und lasse mir Nachrichten nur von meinen Freizeit-Apps auf den Sperrbildschirm schicken.
  • Reduzierung der Kommunikation: Seitdem ich im letzten Jahr kurz vorm Ausbrennen stand, habe ich meine Kommunikation sehr reduziert. Newsletter gekündigt, Pressemitteilungen abbestellt, Automatismen eingestellt. So wurde die Zahl der Mails viel geringer.

Außerdem überlege ich:

  • Wie es wäre, das (Festnetz-)Telefon abzuschaffen? Meine Kunden melden sich per Mail oder via Social Media. Wenn mich jemand anruft, sind das meistens PR-Agenturen, was mich viel Zeit kostet und nichts bringt. Für notwendige Telefonate kann ich dann ja mein Mobiltelefon benutzen.

Was sind Ihre Lösungen? Was können Sie mir noch empfehlen? Bin ich noch nicht radikal genug?

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