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Da will ich hin! Netzwerken braucht (k)ein Ziel

Netzwerken mit Strategie. Bild: einraumapartment

Wenn es hier ums Netzwerken geht, geht es immer um die Idee des „Strategischen Netzwerkens„. Das heißt, ich überlege mir vorab, was ich erreichen möchte und richte dann meine Netzwerk-Aktivitäten dahingehend aus. Damit ist nicht unbedingt gemeint, dass ich nur nach reinen Nutzenerwägungen Kontakte knüpfe und Menschen beurteile. Ganz ohne wird es aber nicht gehen, denn unsere Ressourcen sind nun einmal begrenzt.


Meine Ressourcen fürs Netzwerken. Bild: einraumapartmentTipp: Wie Sie Ihre Ressourcen fürs Netzwerken besser einteilen, lesen Sie hier: Keine Zeit, kein Geld, keine Lust? Meine Ressourcen fürs Netzwerken

Mein Ziel, meine Strategie

Was ist Ihr Ziel? Was möchten Sie beruflich erreichen? Manche werden jetzt vielleicht anführen, dass sie gar kein festes Ziel haben. Nun ist es ja nicht unbedingt so, dass wir ein Ziel auch erreichen, wenn wir uns das vornehmen. Dorotheé Ritz, Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland, sagte dazu in einem Interview bei den Business Ladys:

„Nun, man sollte sicherlich nicht antreten und sagen: Ich werde nie CEO. Das halte ich auch für falsch.“

Also sollte man für sich selbst zumindest klären, ob man Karriere machen oder lieber als Expertin in einem Fach wahrgenommen werden möchte. Ein Solopreneur braucht ein anderes Netzwerk als die Geschäftsführerin eines mittelständischen Metallbauunternehmens. Ein Personalreferent ein anderes als eine Informatikerin.

Sobald Sie eine zumindest grobe Richtung festgelegt haben, geht es darum, eine Strategie zu entwickeln.

Schauen, was bereits an Netzwerk da ist

Dafür analysieren Sie zunächst einmal, was bereits an Grundlage vorhanden ist. Bei den meisten von uns ist das nämlich viel mehr, also wir zunächst denken. Dazu gehen Sie Ihre Kontakte, berufliche wie private, durch und erstellen eine Kontaktliste. Überlegen Sie zudem, wen Sie gern dieser Liste hinzufügen möchten bzw. mit welchen Menschen Sie sich gern mehr austauschen möchten. Außerdem bietet es sich an, Ihre Kontakte einmal nach A-, B- und C-Kategorien einzuteilen: A für besonders wichtige berufliche Kontakte, B für weniger wichtiger und C für nicht wichtige. Beachten Sie bitte: Hierbei geht es nicht um eine Bewertung der Menschen an sich. Aber wenn Sie Ihre Ressource Zeit zum Beispiel einteilen möchten, können Sie sich nicht mit jedem Menschen zum #neverlunchalone treffen.

Ein Beispiel: Mich erreichen immer wieder Anfragen zum Austausch beim Kaffee. Obwohl ich mich gern mit Menschen austausche, bin ich doch als Unternehmerin und Familienfrau zeitlich stark eingeschränkt und lehne diese Anliegen meistens ab, wie in diesem Beitrag nachzulesen ist.

Auswahl von Kanälen und Gruppen

Da unsere Ressourcen ja begrenzt sind, ist es meistens nicht sinnvoll, auf allen Kanälen vertreten zu sein. Es sei denn, man ist Social Media-Beraterin, dann sollte man sich zumindest alle mal anschauen bzw. Blogs/Newsletter dazu lesen.

Online-Netzwerke und Social Media

Also sollte man eine Auswahl treffen. Hier einmal ein kleiner Überblick von Social Media-Kanälen, der natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann!

  • Xing: Online-Business-Netzwerk, stark verwurzelt im deutschsprachigen Raum. Wird immer mal wieder tot gesagt, ist aber mit 10,5 Mio. Nutzern in Deutschland, Österreich und der Schweiz immer noch um 1,5 Mio. deutschsprachige Nutzer größer als LinkedIn. Nach wie vor wird von deutschen Unternehmen überwiegend via Xing nach Mitarbeitern gesucht. Also könnte es für viele Arbeitnehmer weiterhin sinnvoll sein, hier mit einem Profil vertreten zu sein. Im Grunde ist es doch so: Selbst wenn LinkedIn doppelt so viele deutschsprachige Nutzer hat als Xing, meine Zielunternehmen aber genau hier nach Mitarbeitern suchen, sollte ich bei Xing präsent sein!
  • LinkedIn: Das größte Online-Business-Netzwerk der Welt. Wer international arbeiten möchte, vor allem im angelsächsischen Raum, sollte hier präsent sein. Sinnvoll sind zum Bespiel Funktionen wie mehrsprachige Profile, Referenzen, Projekte. Der Algorhythmus von LinkedIn liefert wesentlich passendere Jobvorschläge aus als Xings Jobsuche.
  • Researchgate: Wer in der Forschung arbeitet, sei es in Unternehmen oder in der Wissenschaft, kommt nicht um Researchgate herum. Hier finden sich so wichtige Kennzahlen wie der ImpactFactor, Publikationslisten, Konferenzbeiträge etc. Auch Forschungsergebnisse und -ansätze lassen sich hier diskutieren. Hier gibt es Tipps zur Profilerstellung.
  • Facebook: Durch den regen(, fachlichen) Austausch hat sich dieser Kanal zur Jobbörse entwickelt. Man kennt sich aus Gruppen, tauscht sich aus, bekommt einen Eindruck von einer Person. Viele Jobs oder Projekte, zum Beispiel im Kommunikationsbereich, werden hier vergeben. Durch Managen des eigenen Profils lässt sich zudem steuern, wie man bei verschiedenen Gruppen wahrgenommen wird.
  • Instagram: Für Fotografen, aber natürlich auch für viele andere wie Blogger, geeignet.
  • Snapchat: Für Journalisten und viele andere. Es erfordert einigen Einsatz und auch Know-how, was Zusatztools anbelangt.
  • YouTube, Vimeo etc. 

Für die meisten von uns wird es entweder auf eine Präsenz bei Xing oder LinkedIn sowie eine zunächst private Nutzung von Facebook hinauslaufen.

Netzwerken irL

Kommen wir nun von den Online-Netzwerken hin zu den Gruppen im richtigen Leben. Beides lässt sich natürlich nicht trennen: Ich vernetze mich womöglich erst mit jemandem in einem Online-Netzwerk, nachdem ich diese Person im richtigen Leben getroffen oder zumindest einmal mit ihr telefoniert/gechattet/geskypt habe. Oder ich lerne jemand im Netz kennen und möchte diese Person dann auch gern im richtigen Leben treffen.

Nun geht es beim strategischen Netzwerken natürlich nicht nur um Zufallsbekanntschaften. Dabei treffen wir oft Menschen, die uns ähnlich sind, die aus unserer „Filterblase“ stammen. Wenn Sie strategisch vorgehen möchten, sollten Sie auch mal Ihre Komfortzone verlassen.

Ein Beispiel: Wenn ich als Gründerin mein Unternehmen in meiner Stadt bekannt machen möchte, ist es sinnvoll, in der örtlichen IHK oder Handwerkskammer präsent zu sein. In diese Kreise hineinzukommen, ist am Anfang nicht so leicht und es empfiehlt sich, öfters Präsenz zu zeigen, vielleicht auch einem Arbeitskreis beizutreten.

Außerdem sollten Sie überlegen, welches Netzwerk, welcher Verband oder Verein sinnvoll sein könnte. Das kann eine Arbeitsgruppe sein, bei der Sie im fachlichen Austausch stehen, oder ein Verein, der Ihre Anliegen vertritt. Dieses Engagement sorgt dann für Sichtbarkeit in Ihrem Netzwerk.

Vor vier Jahren habe ich mich aus diesem Grund für eine Mitarbeit bei den Digital Media Women e.V. entschieden. Zum einen vertrat dieser Verein mein Ziel, nämlich für Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der sich digitalisierenden Wirtschaft einzutreten, zum anderen gefiel mir aber auch die Präsenz im Internet. Ein analogerer Verein hätte mich nicht so angesprochen.

Natürlich ist ein Engagement nicht nur unter reinen Kosten-Nutzen-Erwägungen zu betrachten. Wenn es sich aber auch beruflich auszahlen soll, müssen Sie schon überlegen, welches Ihnen am meisten nützt.

Auf die Probe stellen

Natürlich bleiben wir auf unserem Berufs- und Karriereweg nicht stehen. Damit kann sich auch unsere Strategie ändern: Wir lernen im Laufe unseres Weges immer mehr Menschen kennen, entwickeln uns vielleicht in eine andere Richtung, verfolgen andere Ziele. Daher sollten Sie immer mal wieder innehalten und nachdenken, was Sie wirklich möchten, was noch passt oder was Sie verändern wollen.

Und der Spaß?

Jetzt habe ich die ganze Zeit über Strategie gesprochen – und man könnte den Eindruck bekommen, hier ginge es nur um den Ernst des Lebens. So ist das natürlich gerade nicht zu verstehen, denn zufällige Begegnungen machen einen Teil des Reizes beim Netzwerken aus. Also schaffen Sie sich Raum für diese „Zufälle“:

  • #neverlunchalone: Hierbei geht es um die Idee, jeden Mittag mit einer anderen Person essen zu gehen. Wer also in einem Unternehmen arbeitet, trifft sich auch mal mit Kollegen aus anderen Abteilungen. Wer in einer anderen Stadt zu Besuch ist, checkt seine Kontakte für eine Anfrage. Oder wer wie ich als Solopreneurin im Büro arbeitet, verabredet sich eben. Es muss nicht wirklich jeden Tag sein, aber ein bis zwei Mal in der Woche ist sinnvoll.
  • Komfortzone verlassen: Immer mit den netten Jungs und Mädels vom Branchenstammtisch – easy. Sich unter die ernsten Damen und Herren beim Mittelstandstreffen zu mischen, schult die Smalltalk-Fähigkeiten und erweitert Ihr Netzwerk in ganz andere Richtungen.

Buchtipps & Links:

Buch "Per Netzwerk zum Job", Campus 2015

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Autor:

Ute Blindert ist chronisch neugierig und liebt die Themen Karriere, Netzwerken und digitaler Wandel. Darüber schreibt (u.a. "Per Netzwerk zum Job", Campus 2015) und spricht sie gern mit und vor Menschen. Wenn sie sportlich gut drauf ist, schwimmt sie an die 10 km in der Woche. Was ihr noch fehlt zum Glück: die perfekte Rollwende.

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