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Netzwerken am Mittag: #neverlunchalone!

Never lunch alone! Bild: fraueva/photocase.de

Never lunch alone! Bild: fraueva/photocase.de

Soll ich Ihnen etwas verraten? Als ich mich mit der Idee des „Never lunch alone!“ auseinandergesetzt habe, kam sofort die Preußin in mir zum Vorschein: Mittagessen? Das lässt sich doch wahrlich kurz und knapp abhandeln, keine halbe Stunde im Büro, eine kurze Auszeit und Pause im hektischen Alltag. Mehr braucht man doch wahrlich nicht, gerade als berufstätige Mutter.

Doch neugierig wie ich bin, habe ich es dann doch umgesetzt und sorge seitdem dafür, dass ich mich mindestens einmal bis zwei Mal pro Woche außerhalb des Büro mit Menschen treffe, meist zu einem Lunch in einem der netten Bistros in Köln. Und wenn ich in anderen Städten bin, befrage ich vorher mein XING- oder LinkedIn-Netzwerk, ob jemand Zeit für einen Mittagstermin oder Kaffee hat. Es findet sich immer jemand: Manchmal ein Mit-Abiturient oder ein ehemaliger Arbeitskollegen oder auch Menschen, die ich nur aus Social Media, z.B. Twitter oder Facebook, kenne, die ich unbedingt persönlich treffen möchte.

Der Vorteil:

Ein Mittagessen dauert selten länger als eine Stunde. Selbst wenn sich also der Gesprächspartner als „Flop“ herausstellen sollte, geht eine Stunde nun wirklich schnell vorbei (dann trinkt man eben keinen Kaffee mehr miteinander…).

Die Idee:

Ich gebe es zu, der Grundgedanke zu „Never lunch alone!“ stammt nicht von mir, sondern dem US-Amerikaner Keith Ferrazzi, der 2005 in seinem Buch „Never eat alone!“ erklärt, wie sich ein großes, belastbares Netzwerk aufbauen lässt. Er bezieht sich dabei auch auf begnadete Netzwerker wie Bill oder Hillary Clinton. Selbst diese mussten ja mal klein anfangen, doch sie haben die Kunst des Netzwerkens auf ganz neue Höhen gehoben, in dem sie jeden Tag bewusst neue Menschen kennengelernt haben.

Vielleicht stimmen unsere Ziele nicht mit denen der Clintons überein, doch lernen können wir allemal von diesen.

Meine fünf Gebote dazu:

  1. Setzen Sie sich ein Ziel.

    Verabreden Sie sich möglichst jeden Tag mit einer anderen Person zum Mittagessen. Wer nicht so häufig kann, kann sich auch ein anderes Ziel setzen.

  2. Seien Sie offen für alle Menschen.

    Gerade Personen, die Ihnen zunächst nicht so sympathisch sind, schulen Ihre Fähigkeiten zur Kommunikation und auch zur Positionierung.

  3. Betrachten Sie die Verabredung als Arbeitstermin.

    Nehmen Sie diesen entsprechend ernst: Seien Sie verbindlich und pünktlich.

  4. Überlegen Sie sich vorher, wie Sie sich darstellen wollen.

    Das beeinflusst auch die Wahl des Restaurants.

  5. Bieten Sie Ihrem Gegenüber etwas.

    Seien Sie interessiert, hören Sie zu, seien Sie Expertin auf Ihrem Gebiet. Das könnten Anekdoten aus Ihrem Arbeitsalltag sein? Welche Personen kennen Sie, was können Sie Gutes über diese berichten? Wo können Sie Verbindungen herstellen?

Und was hat´s gebracht? Ja, fragen Sie ruhig.

  • Empfehlungen über mein erweitertes Netzwerk, die in große Aufträge gemündet sind.
  • Kontakte zu direkten Ansprechpartnern, die auch zu Auftraggebern wurden.
  • Tipps und Informationen, die ich sonst lange hätte recherchieren müssen.
  • […]

Einen Punkt dürfen Sie allerdings nicht vergessen: Ein Netzwerk lebt von Kooperation und zunächst mehr vom Geben als vom Nehmen. Das heißt, ich überlege immer, welchen Tipp ich an meinen Gesprächspartner weitergeben kann, welchen Kontakt ich herstellen kann und wo ich jemanden aus meinem Netzwerk empfehlen kann.

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Autor:

Ute Blindert ist chronisch neugierig und liebt die Themen Karriere, Netzwerken und digitaler Wandel. Darüber schreibt (u.a. "Per Netzwerk zum Job", Campus 2015) und spricht sie gern mit und vor Menschen. Wenn sie sportlich gut drauf ist, schwimmt sie an die 10 km in der Woche. Was ihr noch fehlt zum Glück: die perfekte Rollwende.

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